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DESCRIPTION:Vortrag von Historiker Michael Sturm\, welcher sich mit der Pro
 testgeschichte der Bundesrepublik\, der Geschichte der extremen Rechten\, 
 Erinnerungskulturen im lokalen\, nationalen und transnationalen Kontext be
 schäftigt.\nIn den unmittelbaren Nachkriegsjahren und in der frühen Bund
 esrepublik waren die Überlebenden der Shoah vielfach weiterhin mit antise
 mitischer Ausgrenzung\, Marginalisierung und Kriminalisierung konfrontiert
 . Der allenthalben bemühte Topos von der „Stunde Null“ musste Jüdinn
 en_Juden\, aber auch anderen im Nationalsozialismus verfolgten\, entrechte
 ten und ausgeplünderten Menschen angesichts der fortwährenden ideologisc
 hen und personellen Kontinuitätslinien als blanker Hohn erscheinen. Norbe
 rt Wollheim\, der im IG Farben-Lager Auschwitz-Monowitz hatte Zwangsarbeit
  leisten müssen und seit September 1945 als zweiter Vorsitzender des Zent
 ralkomitees der befreiten Juden in der britischen Zone amtierte\, notierte
  in einem Brief im August 1945: „Wir sind gerettet\, aber nicht befreit
 “\, und verlieh damit den Wahrnehmungen zahlreicher Überlebender der Sh
 oah Ausdruck. Jüdinnen_Juden in Deutschland – wie auch andere Überlebe
 nde des nationalsozialistischen Terrors –  nahmen jedoch die Zumutungen 
 der postnationalsozialistischen Gesellschaft keineswegs widerstandslos hin
 . Kämpfe um Anerkennung und Selbstbehauptung wurden auf unterschiedlichen
  Ebenen geführt: Sie richteten sich gegen den omnipräsenten gesellschaft
 lichen und institutionellen Antisemitismus\, der sich etwa in dominanzgese
 llschaftlicher Schuldabwehr\, der weit verbreiteten Stilisierung von NS-T
 äter_innen zu „Opfern“ und nicht zuletzt der aggressiven Zurückweisu
 ng von Restitutions- und Entschädigungsforderungen spiegelte. Orte und Sc
 hauplätze des Widerstands und des Protests gegen die postnationalsozialis
 tischen Verhältnisse\, waren beispielsweise die Camps\, in denen zahlreic
 he Überlebende der Shoah aus ganz Europa als so genannte ‚Displaced Per
 sons‘ lebten.  Bezeichnenderweise sind diese Kämpfe und Proteste im Kon
 text einer hegemonialen Erinnerungskultur\, die stark vom Paradigma der 
 „Versöhnung“ und der Behauptung einer vermeintlich „erfolgreichen V
 ergangenheitsbewältigung“ geprägt ist\, zumindest in der Dominanzgesel
 lschaft weitgehend in Vergessenheit geraten. 
LOCATION:Nordpol
SUMMARY:Antifa Cafe: „Wir sind gerettet\, aber nicht befreit“ - Jüdisc
 he Selbstbehauptung und Proteste gegen Antisemitismus in der Nachkriegszei
 t und in der frühen Bundesrepublik
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