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Das Nachleben des Kolonialismus als dekoloniale Ästhetik

Die überwiegende Mehrheit der Museen in Europa konstituiert sich auf der Grundlage ihrer Artefakte, und ihre Ausstellungsprogramme schwanken oft zwischen Eigenlob und Selbstkritik an ihren eigenen Sammlungen. Dabei sind die (post-)kolonialen Kontinuitäten in ihren Räumen nicht nur Teil des materiellen Erbes der Museen, welches unrechtmäßig und in Gewaltkontexten „erworben“ wurde, sondern überleben auch in immateriellen Formen als „Pathosformeln“ des Imaginären des Kolonialismus.

Die Auseinandersetzung und das Verständnis des „Nachleben des Kolonialismus“ kann zu einer zukünftigen kritischen Praxis der Museen beitragen, in der ein kritischer Umgang mit den rassistischen Perspektiven, unter denen insbesondere ethnologische Museen entstanden sind, radikalisiert wird und eine dekoloniale Praxis als ästhetische Erfahrung möglich wird.

Der Vortrag stellt das „Nachleben des Kolonialismus“ anhand von Beispielen aus der dekolonialen künstlerischen Praxis und Forschung von Kervin Saint Pere vor.

Referent:
Kervin Saint Pere

Moderation:
Jeanne Mizero Nzakizabandi

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