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Im Osten nichts Neues? Die extreme Rechte in Ostdeutschland und die Zivilgesellschaft

Von Rostock-Lichtenhagen über PEGIDA bis hin zur AfD, die kurz vor den ersten Wahlsiegen auf Länderebene steht – die Kontinuitäten extrem rechter Politiken in Ostdeutschland sind eklatant. Die Einstellungsforschung attestiert dem Osten seit langer Zeit signifikant höhere Zustimmungsraten zu rassistischen, antisemitischen und anderen menschenfeindlichen Aussagen.

In einigen Regionen sind Neonazis seit über 30 Jahren die dominierende Subkultur. Immer mehr völkische Siedler-Gruppen machen sich in der Provinz breit, neofaschistische Netzwerke gründen Hausprojekte und Kader aus den alten Bundesländern machen aus strategischen Gründen „rüber“. Gleichzeitig ziehen sich demokratische Akteur*innen weiter aus der Fläche zurück und lassen damit erst das Vakuum entstehen, in dem extrem rechte (Deutungs-)Angebote gedeihen können.

2024 könnte rückblickend als das Jahr des Anfangs vom Ende der pluralistischen Demokratie betrachtet werden. Nach den Europa- und Kommunalwahlen im Juni stehen in gleich drei ostdeutschen Bundesländern Landtagswahlen an, wobei die AfD in allen Umfragen vorne liegt. Es könnte aber auch das Jahr werden, in dem ein schlafender Bär geweckt wurde, der die Faschisierung erfolgreich zurückdrängen konnte: Die ostdeutsche Zivilgesellschaft.

Robert Fietzke lebt seit seiner Geburt in Sachsen-Anhalt und arbeitet seit vielen Jahren zum Thema. Er veröffentlicht Beiträge und Texte in Zeitschriften und den sozialen Medien, hat mehrere antifaschistische Bündnisse mitgegründet und lehrt an der Hochschule Magdeburg-Stendal.

Fr. 12. April 2024, ab 19:00 Uhr geöffnet, Beginn des Vortrags 20:00 Uhr, dazu selbstgekoches Essen und Getränke gegen Spende

Die Veranstaltung ist Teil der Veranstaltungsreihe „Strategiedebatte: Was tun gegen die AfD?“ und findet in Kooperation mit den Falken Ennepe-Ruhr statt.

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